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Kunst als Investment im Vergleich zu Gold, Aktien und Immobilien

Immer wieder hört man davon, dass Kunst ein interessantes alternatives Investment zu Anlagen wie Gold, Aktien oder Immobilien sein kann.

Um diesen Aspekt näher zu beleuchten, stellen wir nachfolgend die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Anlageformen dar. Dabei dient dieser Beitrag nicht als Kaufempfehlung für irgendeine der betrachteten Anlageformen, sondern will dem Leser als Leitfaden zur ersten Orientierung dienen, indem die besonderen Charakteristika des Investments in Kunst, Gold, Aktien und Immobilien aufzeigt werden. Vor einem tatsächlichen Investment empfehlen wir dem Leser bei den darauf spezialisierten Quellen und Experten eingehende Beratung einzuholen.

Die Anlagen werden verglichen unter den Aspekten Liquidität, Kosten, Rendite und Risiken.

Liquidität: Aktien und Gold zählen zu den Anlageformen mit hoher Liquidität. Sie können in der Regel täglich gehandelt werden. Demgegenüber haben Immobilien oder Kunstwerke eine geringe Liquidität, das bedeutet, dass man sich mit einem Kauf in der Regel auf lange Zeit festlegt, nicht selten auf viele Jahre - dies ist im wesentlichen bedingt durch die hohen Kosten, die beim Kauf bzw. Verkauf entstehen, und die Zahl potentieller Interessenten.

Kosten: Die Kosten für die betrachteten Anlagen setzen sich zusammen aus einmaligen Kosten die beim Kauf oder Verkauf entstehen und aus laufenden Kosten.

Aktien: Beide Kostenarten sind bei Aktien mit Abstand am geringsten - sie bestehen lediglich aus den (insbesondere bei Onlinehandel) recht überschaubaren Gebühren bei Kauf und Verkauf sowie den Depotgebühren. Vielfach entfallen heutzutage Depotgebühren - z.B. ab einem bestimmten Wert des Depot.

Gold: In Gold investiert man, indem man entweder physisches Gold kauft - das man dann zu Hause oder bei einer Bank lagert, oder durch den Erwerb von Zertifikaten auf Goldpreis, auf Aktien von Goldminen oder auf Gold-ETFs. Während man bei einem physischen Kauf - ähnlich wie beim Kauf eines Kunstwerks - zusätzlich zum monetären Wert Freude am Gegenstand selbst hat, schlagen sich der Lageraufwand und Kosten bei Kauf nachteilig nieder. Der Preis beim Kauf eines Goldbarrens liegt über dem offiziellen Goldpreis, da Herstellungskosten und Händlerkosten anfallen. Dabei sollte allerdings die Differenz zum offiziellen Goldpreis deutlich unter 10% liegen. Insbesondere bei Kauf von sehr kleinen Goldmengen oder bei manchen Münzen kann der Aufschlag jedoch hoch sein. Daher gilt beim Kauf von physischen Gold die Devise: um Kosten niedrig zu halten sollte man möglichst große Barren (lieber 1x1kg statt 4x250g) kaufen. Bei Goldmünzen als Investment sollten nur "handelsübliche" Münzen wie der südafrikanische Krügerrand oder die kanadische Maple Leaf , nicht jedoch Sammlermünzen gekauft werden. Laufende Kosten entstehen, falls man sein Gold bei einer Bank deponiert.

Immobilien: Der Kauf einer Immobilie ist für eine Privatperson mit einmaligen Kosten in der Größenordnung von 10% des Immobilienpreises verbunden. Die Kosten entstehen hauptsächlich durch Gebühren für Makler und Notar sowie die Grunderwerbsteuer. Die laufenden Kosten können sehr vielfältig sein weshalb wir den Leser auf die einschlägigen Informationsquellen zu diesem umfangreichen Thema verweisen möchten.

Kunst: Beim Kauf spielt es eine große Rolle, ob man ein Kunstwerk direkt von einer Galerie oder auf einer Auktion kauft. Im letzeren Fall kann die Käuferprovision durchaus 20% des Hammerpreises betragen. Da man als Privatperson ein Kunstwerk - so es denn zur Vertsteigerung angenommen wird - wahrscheinlich über ein Auktionshaus verkaufen wird, fällt beim Verkauf eine Verkäuferprovision von etwa 10% an. Das bedeutet, das man beim Auktionshandel ein Kunstwerk 30% über dem Kaufpreis verkaufen muss, um wenigstens die beim Kauf und Verkauf entstandenen Kosten zu decken. Da die meisten Privatpersonen Ihre Kunstwerke weder versichern noch in einem Depot einlagern, verursacht Kunst keine laufenden Kosten.